Rectificando Visita Interiora Terrae Rectificando Invenies Occultum Lapidem (Veram Medicinam)

Rectificando

regulierst, kontrollierst, regierst

lerne das zu beherschen, was du aus deiner Schau erkannt hast. Trenne das Feine vom Groben. Das Subtile von der Materie.

Sonne / Conjunction = Verbindung

"Betrachte, was im Inneren der Erde liegt: indem du es läuterst, wirst du einen zuvor verborgenen Stein erhalten, (das wahre Heilmittel)."

Die okkulte Wissenschaft

Alchemie und hermetische Philosophie

Auf der Grundlage uralter Erkenntnis, die sich im Orient als hermetische oder okkulte Wissenschaft erhalten hatte, entwickelte sich die Alchimie zu einem besonderen Zweig. Sie kann die Technik dieser Erkenntnis genannt werden, sie ist die praktische Anwendung der Lehren dieses philosophischen Systems als Heilkunst für Geist, Seele und Körper des Menschen. Mit ihren Zweigen Astrologie und Magie ist die Alchimie die hohe, die königliche Kunst, in derem Gefolge sich zu allen Zeiten die Geistesgrößen der Menschheit finden. Über die Herkunft und Bedeutung des Namens Alchemie gehen die Meinungen auseinander. Einige halten ihn für eine Ableitung vom griechischen cheo, ich gieße, mit dem arabischen Artikel al in der Bedeutung der Gießkunst. Andere wieder glauben in dem Namen eine Verwandtschaft mit der hebräischen Wurzel Khams, Idee der Wärme, zu finden, die identisch mit dem Kam des Sanskrit und mit dem griechischen kamno ist.

Glauber erklärt den Namen in seiner Abhandlung: De natura salium als aus Hal-chimia entstanden, Salzkochung, und diese Erklärung wird von vielen Alchimisten angenommen als ein Hinweis auf das große Werk. Die beste Erklärung ist wohl die von Plutarch angegebene, dass der Name Alchimie aus al-Kemia, al-Chemie entstanden ist, ein arabisches Wort mit seinem Artikel, das schwarze Erde bedeutet, der Name des alten Ägypten, im übertragenen Sinne die geheime Wissenschaft der ägyptischen Weisen. Paracelsus gebrauchte zuerst für Alchimie den Namen Spagyrik. In seinem Paramirum I, 3 findet sich die Angabe: "Disce ergo Alchemiam quae alias Spagyrica dicitur." 1) 1. Lerne also Alchimia kennen, die anderweitig Spagyrik genannt wird.

Prinzipien der Alchemie

solve et coagula (lat. löse und verbinde) ist eine Schlüsselformel zum Verständnis der Alchemie. Die Ausgangssubstanz wird durch verschiedene Stufen der Auflösung (solutio) geführt, um den in der Substanz wirkenden Geist von seinem materiellen Träger zu scheiden und zu seiner wahren himmlischen Heimat zurückzuführen, wo er eine bedeutsame Wesenserneuerung erfährt. Im Prozess der coagulatio wird er wieder in die gereinigte und geläuterte Materie zurückgeführt, die damit auf eine höhere Daseinsstufe gehoben wird. Das gilt insbesondere auch für die Spagyrik (aus griech. spao = „trennen“ und ageiro = „vereinigen, zusammenführen“, also im Grunde die griechische Übersetzung des solve et coagula), die sich speziell mit der Herstellung von Arzneimitteln auf alchemistischem Weg befasst. Der Begriff wurde von Paracelsus eingeführt, der ihn synonym für Alchemie verwendet, da er die wesentlichste Aufgabe der Alchemie nicht in der Golderzeugung und dergleichen mehr sah, sondern in der Zubereitung wirksamer Arzneimittel.

Spagyrische Vorschriften basieren auf den Prinzipien der Alchemie. Der Begriff ist wie folgt definiert: Im Wort Spagyreia sind zwei griechische Worte verborgen: spao, herausziehen, teilen; und ageiro, sich versammeln, binden, verbinden. Diese beiden Begriffe bilden die Grundlage jeder wahren alchemistischen Arbeit, daher auch der oft zitierte Satz: „Solve et coagula, et habebis magisterium!" („Löse auf und verbinde, und Du wirst das Magisterium haben." Ein „Magisterium" oder Meisterstück ist das Endergebnis einer alchemischen Operation, in deren Verlauf ein Ganzes (zum Beispiel eine Pflanze) in seine Einzelteile zerlegt wird. Diese werden mit verschiedenen Mitteln gereinigt und dann neu verbunden.

Es ist diese Verbindung zu einem neuen Ganzen, die das alchemistische Verfahren von einer einfachen chemischen Extraktion unterscheidet. Das Grundprinzip hinter der spagyrischen Theorie stimmt damit überein, was wir über ganze Systeme wissen. Obwohl das Verfahren den einen Inhaltsstoff vom anderen trennt, erhält es eine gewisse Verbindung mit dem Muster des Ursprungmaterials aufrecht. Das Prinzip der Ganzheit wird bewahrt, während eine Veränderung der einzelnen Teile bewirkt wird. Dies resultiert natürlich in einer neuen Verbindung, aber in einer, die nicht von der Integrität der Elternsubstanz getrennt wurde.

In Kürze kann ein spagyrisches Verfahren als dreistufiger Prozess beschrieben werden: „Nimm es auseinander. Reinige es. Setze es wieder zusammen." Hier ist das Ganze ein wenig detaillierter. Die Alchemisten haben eine einzigartige Methode, die jeweiligen Komponenten einer Heilpflanze abzutrennen, dann zu reinigen und im abschließenden alkoholischen Elixier zu rekombinieren. Einfach ausgedrückt, wird eine spagyrische Tinktur, so wie diese genannt wird, zubereitet, indem man einen standardmäßigen alkoholischen Extrakt herstellt. Die „Marche", oder der feste Rest, der normalerweise verworfen wird, wird zu einer feinen weißen Asche kalziniert; zu einem Pulver zermahlen und dem gefilterten Flüssigextrakt zugegeben. Die Flüssigkeit wird dann vorsichtig redestilliert, wobei der Rest der Asche auf dem Boden zurückbleibt. Solch alchemistische Zubereitungen repräsentieren eine geheime oder verlorene Kunst der Zubereitung von Heilpflanzen, die Schlüssel zu direkteren Mitteln des Extrahierens der Lebens-Kraft aus Pflanzen enthalten könnte.

Transmutationsprozess

Wirth sieht in den Transmutationsprozessen, symbolisch betrachtet, eine Analogie zum symbolischen Bauen. Beide versinnbildlichen ihm das "Große Werk" am Menschen. Die moderne Maurerei ist ihm nur eine Fortentwicklung der alten hermetischen Philosophie. Die Vorbereitungskammer z. B. setzt er dem philosophischen Ei der Alchimisten gleich dessen Inschrift "Vitriol" rein hermetisch sei ebenso wie die vier Elementarprüfungen (z. B. Feuerprobe = alchimistische Kalzination). Mittlere Kammer Nach bestandenen Prüfungen wird der Suchende zum philosophischen Stein, zum vollkommen gereinigten Salz, das Merkur (Quecksilber = äußere Einwirkungen) koagulieren kann, um es zu einem hochaktiven Sulfur (Schwefel = innere Kraft) zu fixieren. In den auf den Lehrlingsgrad folgenden Stufen setzt sich der Umwandlungsprozes fort, bis dann das "Große Werk" in der mittleren Kammer (Chambre du Milieu) des Meistergrades vollendet wird. (Vergl. auch J. M. Ragon, De la Maçonnerie occulte et de l'initiation hërmétique.")

Die VITRIOL-Einweihung im Licht der antiken Mysterienschulen.

Einweihung

Von Manfred Kyber

- Für die eigentliche Einweihung mag hier in Kürze als Beispiel der Vorgang der ägyptischen Einweihung geschildert werden, die in Tempeln und oft auch in Pyramiden stattfand, deren vielen so rätselhafte Kammern durchaus nicht immer dem Begräbnis der Könige dienten, sondern Einweihungsmysterien nutzbar gemacht wurden, wie jeder leicht erkennen kann, der mit diesen Dingen vertraut geworden ist.

- Es bedeutete, daß man bei lebendigem Leibe die Trennung von Geist und Körper an sich erleben mußte, denn hatte man eine solche, auf die jede Einweihung auch heute noch hinzielt, erlebt, so war man kein Sterblicher mehr insofern, als man bewußt erlebt hatte, daß das Ich in einem nicht sterblich ist.

- Diese Wege zu suchen, ist Aufgabe jeder Einweihung, und man soll darum diese Wege nur betreten in jener Gesinnung, von der Dante, vom Berge der Läuterung kommend, an der Schwelle des Paradieses die Worte ausspricht: »Und rein in meines Wesens tiefstem Kerne bereitet war ich für die Welt der Sterne.

Von Peryt Shou

Die kulturelle Bedeutung der antiken Mysterien.

„Um Mitternacht sah eine strahlende Sonne auf alle Götter der Unter- und Ober-Welt.“ Mit diesen Worten beschreibt der Römer Apulejus, ein platonischer Philosoph des zweiten Jahrhunderts n. Chr. sein Mysterien-Erlebnis! Wo wir immer im Altertum, besonders aus dem Munde hervorragender Männer, wie eines Plato, Phythagoras, Sophokles, Euripides und Aischylos Urteile über das Mysterium hören, tritt es uns bedeute nd und in seinen Eindrücken gefangen nehmend, ja überwältigend entgegen. Es bildete den eigentlichen Kernpunkt des antiken Geisteslebens, zu dem wir als Kulturmenschen unserer Epoche nur schwer herandringen; denn die ganze Empirie der Mysterien ist dem heutigen Bewußtsein verblaßt und zu einer Chimäre geworden. Wir erfreuen uns des Glanzes einer Wissenschaft, die sich mit beispiellosem Erfolg dem Feld der sinnlichrationellen Erfahrung zugewendet hat. In die Rüstkammer des inneren Lebens, aus welchem sich die Perspektiven der äußeren Dinge entrollen, schaun wir nun mit großem Vorbehalt, ja fast mit Mißtrauen; denn wir empfinden, daß wir hier die Sicherheit unseres Schrittes verloren haben! Und doch war gerade die antike Kultur auf diesem Gebiet erfolgreich. Sie drang in den konzentrischen Zusammenhang der Dinge mit größerer Meisterschaft. Sie riß den Tableau der Urbeziehungen der Kräfte, die aus dem Unendlich-Großen in das Räumliche hinabstreben, vor dem Auge ihrer Eingeweihten auf. Im Mittelpunkt ihrer geheimen Anschauungswelt nun leuchtete jene Sonne, die um Mitternacht aufging, gleichsam der W eltgeist, der alle Dinge mit seinem mystischen und astralen Urfeuer übergoß, und sie in den Schmelzofen erster Gestaltungskraft tauchte. Aus diesem gingen sie der Phantasie in feurigen Urkreisen des Primordialen und Astralen auf. Wir sind es gewohnt, unsere Erfahrungen aus sekundärer Hand, aus den kritischen Widerspiegelungen der Vernunft zu beziehen. Den schöpferischen Kreisen sind wir abgewendet, ja, wir haben sie mit Verdacht beladen.

Im Grunde aber verloren wir den Aufschwung des Geistes, die Spannkraft des Willens, die sich dem höheren Objekt anschmiegt. Wir verstehen nicht mehr fühlsam dem inneren Willen nachzuspähen, der über allem Bedingten steht als das allein Unbedingte , der in sich selbst leuchtet durch alles Räumliche, der angeschaut wird im Objekt, aber in ihm sich auch selbst anschaut ! Wir glauben nur noch an das Bedingte, an das Kausale, an das Sinnliche. Die Mysteriologie war eine Philosophie des Unbedingten! In ihr rückt sich die schöpferische Kraft der Phantasie mit dem kritischen Vermögen des Intellekts in die Wage!

Aus einem inneren Gleichgewichtszustande der Kräfte erblüht dem Menschen der Anblick der höheren und wirklichen Dinge in der Natur, welche die niederen einschließen.

Diese höheren Objekte entwickeln sich in der Seele als die Elementar-Komplexe, als die Ideen, die allen Dingen im Sinne der esoterischen Philosophie der Alten zugrunde liegen.

Wir kleben an der Sphäre des Unendlich-Kleinen. Wir bauen von unten unsere Welt auf. Wir sehen in den Atomen die Bausteine der Welt. Wir übersehen aber, daß es gleicherweise wie einen elementaren Aspekt des Unendlich- Kleinen, so auch einen Aspekt des Unendlich- Großen gibt. Nach zwei Seiten ist diese Welt unend lich und geht aus dem Transzendentalen hervor. Die Alten konstruierten ihre Welt von oben herab. Ihre Bausteine lagen in den Himmelsräumen. In einem gewissen Entwicklungszustande erfaßte sich die Seele aus diesem Unendlich-Großen herabgeboren, in den Raum eingetreten, aus dem Protokosmischen und Ueberräumlichen in das Differenzierte („Materielle“) herabverdichtet.

Wie durch einen unsichtbaren Faden galt ihnen die Seele an dies Erste und Ueberräumliche gekettet, und so entstanden in ihr als Heimatsträume die astralen Grund - Vorstellungen, die in den Mysterien gepflegt und durch psychologische Methoden geweckt und wach erhalten wurden.

Darum reden auch die alten Schriftsteller von einem geistigen „Erwachen“ in den Mysterien! Die Seele wird sich ihrer Herabgeburt aus den atomistischen Räumen, aus den großen Kreisungsherden der kosmischen Ur-Energie bewußt. So erscheint nun um Mitternacht eine große strahlende Sonne , wie es bei Apulejus heißt. „Die Sonne geht auf im Grabe des Gottes“, kommentiert der ägyptische Text der sogenannten Stunden-Gottheiten. Das materielle Weltall ist das Grab der Seele und auch das Grab Gottes. In ihm muß die Seele erwachen zum Anblick ihres eigenen Ursprungs. Alles geistige Erwachen ist ein Erwachen im Grabe, ein Auferstehen aus dem Tode. So verflochten sich in den alten Mysterien die Gebräuche, welche sich auf ein Auferstehen der Eingeweihten aus dem Tode beziehen.

Das Mysterien-Erlebnis.

Plato sagt im Phaedon:

„In die Mysterien lasse man sich deshalb einweihen, damit die Seele zu dem Stande gelange, aus welchem sie als aus dem Sitz ihrer V ollkommenheit (hervorgegangen und) gefallen.“

Das Mysterien-Erlebnis ist also ein Zurückkehren der Seele in einen früheren Zustand. Und nun beginnt für dies Ego ein ganz eigener Entwicklungsgang. Es steigt in die Hölle herab, in die Unterwelt, sieht sich selbst in zahllosen Gestalten. Es ist das Unterbewußtsein, das rege wird, der WILLE, der sich in den endlosen Stufen seiner Objektivationen (im Sinne Schopenhauers) selbst zu erfassen beginnt. Das Ego hat ein verborgenes Gedächtnis (Kryptomnesie) dieser seiner Evolutions-Etappen. Es schüttet seinen verborgenen Schatz aus.

"Verachte nicht den Tod, sondern befreunde dich mit ihm, da auch er eines von den Dingen ist, die die Natur will."

Mark Aurel

Apuleius, römischer Autor im 2. Jahrhundert nach Christus und selbst Teilnehmer an den eleusinischen Mysterien, lässt seinen Protagonisten Lucius in seinem Werk Metamorphosen über das Ritual berichten:

Vielleicht fragst du hier neugierig, geneigter Leser, was nun gesprochen und vorgenommen worden ist! – Wie gern wollte ich’s sagen, wenn ich es sagen dürfte! Wie heilig solltest du es erfahren, wenn dir zu hören erlaubt wäre! Doch Zunge und Ohr würden gleich hart für den Frevel zu büßen haben! Ich ging bis zur Grenzscheide zwischen Leben und Tod. Ich betrat Proserpinas Schwelle, und nachdem ich durch alle Elemente gefahren war, kehrte ich wiederum zurück. Zur Zeit der tiefsten Mitternacht sah ich die Sonne in ihrem hellsten Licht leuchten; ich schaute Unter- und Obergötter von Angesicht zu Angesicht und betete sie in der Nähe an.

Cicero war ein weltgewandter, hochgeistiger Mensch und eine der treibenden Kräfte, die sich für eine Reformation des Römischen Reiches aussprachen. Er beurteilte seine Einweihung in Eleusis als die prägende Erfahrung seines Lebens.

Durch sie habe er gelernt, dass er die Möglichkeit nicht nur eines Lebens in Freude, sondern auch eines Sterbens in der Hoffnung auf ein besseres Leben bekommen habe.

Das größte Geschenk der griechischen Mysterien an ihre Eingeweihten war, daß sie ihnen die Angst vor dem Tod nahmen. Es heißt, keiner von denen, der durch die Initiation gegangen war, also zu den Eingeweihten gehörte, habe den Tod gefürchtet.

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